Das Schneiderhandwerk ist die handelsübliche Bezeichnung für den Beruf des Schneiders. Es existieren zahlreiche Fachrichtungen dieses Handwerks, die alle unterschiedliche Schwerpunkte im Bereich der Textilverarbeitung besitzen. Trotz der Massenproduktion von Kleidung ist das Schneiderhandwerk ein Berufszweig, der nie aus der Mode zu kommen scheint.
Ausbildung
Die Ausbildungsdauer variiert je nachdem, für welche Fachrichtung man sich entscheidet.
Die Lehrzeit für die Fachrichtung Änderungsschneiderei beträgt beispielsweise zwei Jahre, während Maßschneider für Damen- und Herrenmode eine dreijährige Ausbildungszeit durchlaufen müssen, die jedoch bei besonderen Leistungen auch um ein halbes Jahr verkürzt werden kann. Um eine Schneiderausbildung beginnen zu können, muss mindestens ein qualifizierter Hauptschulabschluss vorliegen. Die Ausbildung des Schneiders ist dual angelegt, was bedeutet, dass sie sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb erfolgt. Die Auszubildenden erlernen das Schneiderhandwerk von den Grundlagen an: Sie lernen Skizzen zu zeichnen, mit den einzelnen Werkzeugen umzugehen, verschiedene Nähtechniken und vieles mehr. Im letzten Ausbildungsjahr müssen sich die Azubis entscheiden, ob sie in ihrer beruflichen Zukunft Damen- oder Herrenmode schneidern wollen.
Meisterprüfung für das Schneiderhandwerk
Seit 1. Januar 2007 existiert eine neue Meisterprüfungsverordnung für das Damen- und Herrenschneider-Handwerk, die an neue handwerkliche Entwicklungen angepasst und stärker auf die Kundenwünsche ausgerichtet wurde.
Aufgaben
Je nach Ausbildungsgrad entwirft der Schneider seine Kleidung selbst oder orientiert sich an vorliegenden Entwürfen oder sogar an den Wünschen des jeweiligen Kunden. Er berät den Kunden umfassend bei der richtigen Farbwahl, dem entsprechenden Schnitt und den jeweiligen Stoffmustern. Danach fertigt er Skizzen und Entwürfe an, die schließlich zu seinem Schnittmuster werden. Wenn ein Schneider selbst designt, orientiert er sich an den aktuellen Modetrends und versucht in seiner Kleidung dennoch seinen eigenen Stil unterzubringen. Aber auch Änderungen und Reparaturen von Kleidungsstücken fallen in den Aufgabenbereich eines Schneiders.
Einsatzbereiche
Ausgebildete Schneider können sowohl selbstständig tätig sein als auch als Angestellte arbeiten. Schneider sind im Textil- und Modebereich, beispielsweise in Werkstätten und Ateliers tätig. Darüber hinaus arbeiten sie auch als Änderungsschneider in großen Kaufhäusern oder als Kostümbildner bei Theater-, Film- oder Fernsehproduktionen.
Werkzeug
Neben den klassischen Werkzeugen, wie Nadel, Faden, Schere und Bügeleisen, kommt eine technische Erfindung dem Schneiderhandwerk besonders zu gute: Die gute alte Nähmaschine, die mittlerweile elektronisch und nicht mehr mit dem Fuß betrieben wird. Die Näharbeiten erfolgen meistens an einer professionellen Nähmaschine, da man sehr gleichmäßig und filigran mit ihr arbeiten kann.